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Heilfasten OHNE Krisen – woher kommen Krisen und wie begegnet man ihnen?

Bereits in einem vorangehenden Beitrag habe ich über das Heilfasten und dessen gesundheitliche Potenziale geschrieben.
Wie versprochen, gibt es nach und nach (zum Beispiel heute) mehr Informationen zum Heilfasten – passend zu den wissbegierigen begleiteten Heilfastengruppen, die zurzeit regelmäßig in meiner Praxis stattfinden.

Heute widme ich mich dem Thema „Fastenkrisen“ – warum treten sie auf und wie kann man ihnen begegnen?

Beim Heilfasten schaltet der Körper von Energieprogramm 1 (Energiezufuhr von außen durch Nahrung) auf Energieprogramm 2 (Energiegewinnung aus körpereigenen Depots von innen) – mit dem selben Ziel: zufrieden, satt, vital und leistungsfähig zu sein.

Energieprogramme des Körpers

Abbildung 1: Energieprogramme des Körpers (vgl. [Lü2004], S. 11)

Für ein gut laufendes Fasten ist es unter anderem erfolgskritisch, dass das Umschalten zwischen den beiden Programmen reibungslos funktioniert.

Das erklärt unter anderem, warum es häufig schwierig ist, eine Mahlzeit auszulassen oder bei einer kalorienreduzierten Diät weniger zu essen – der Körper befindet sich in Energieprogramm 1 und ist auf Ernährung von außen angewiesen. Bei reduzierter Energiezufuhr während Programm 1 tritt nicht automatisch Programm 2 in Kraft – dieses wird nur bei einem „echten“ Fasten aktiviert. Vielmehr schaltet der Körper bei reduzierter Energiezufuhr evolutionsbedingt auf „Notprogramme“. Nicht nur Unpässlichkeiten durch „Programmfehler“ können die Folge sein – auch greifen die fastentypischen Mechanismen nicht wirklich: Abgeben, Abnehmen, Ausleiten, Entgiften sind in Notprogrammen nicht vorgesehen. Vielmehr ist der Organismus auf Halten und Speichern für schlechte Zeiten programmiert.

Bei der bewussten und vollständigen Umstellung auf Fasten, Energiezufuhr von innen und somit auf Programm 2 jedoch sind Notprogramme kein Thema mehr – der Körper deckt seinen Energiebedarf aus körpereigenen Depots und ist fast voll leistungsfähig. Hier zeigt sich deutlich der Grundsatz: „Wer fastet, hungert nicht – wer hungert, fastet nicht.“

Das Schöne ist: Jeder Mensch trägt die uralten Mechanismen und Möglichkeiten zum Umschalten zwischen Energieprogramm 1 und Energieprogramm 2 in sich! Der Schlüssel zum Erfolg, dies auch mit einem guten Gefühl und mit Zufriedenheit zu tun, liegt für viele Menschen in der Art und Weise des Umschaltens.

Wenngleich unser Stoffwechsel evolutionsbedingt größtenteils noch an der Steinzeit orientiert ist, unterscheidet sich unser heutiges Leben und unsere heutige Umwelt deutlich von dieser Periode. Im Hinblick auf Belastungen ist unser Körper heute einer immensen Zahl an Umweltgiften, Nahrungsmittelzusätzen und anderen Stressfaktoren ausgesetzt. Das sprichwörtliche Fass ist also bei den meisten Menschen schon relativ voll. Verbunden mit der Verarbeitung zahlreicher Stoffwechselendprodukte ist es eine häufig enorme Aufgabe für den Körper, diese Masse an Stoffen entsprechend zu verarbeiten.

Schaltet ein solch belasteter Körper auf Programm 2 (also auf Abgabe) um, kann es passieren, dass der Organismus kurzzeitig überfordert ist und unschöne Symptome produziert, die wir gemeinhin als „Fastenkrisen“ (vgl. auch Abbildung 2) kennen. Dies ist insbesondere durch das massive Freiwerden von Toxinen zu erklären, die sich während des Fastens aus dem Bindegewebe lösen. Insbesondere Säurelasten scheinen hier ein extremes Problem darzustellen.

mögliche Fastenkrisen

Abbildung 2: Mögliche Fastenkrisen

Aus diesem Grund empfehle ich, nicht „von jetzt auf gleich“ mit dem Fasten zu beginnen, sondern sich eine gewisse Vorbereitungszeit zu gönnen, um den Organismus bereits im Vorfeld bestmöglich zu entlasten. Dabei steht insbesondere eine bewusste Ernährung in den zwei Wochen vor Fastenbeginn auf dem Programm, die typische Säurebildner (Getreide, Zucker, Süßigkeiten, Kaffee, Alkohol und andere Genussgifte) reduziert und auf eine basenüberschüssige Erährungsform hinarbeitet.

Zudem können diverse Begleitmaßnahmen den Organismus bei der Bewältigung der Entgiftungsaufgaben beim Fasten unterstützen.

Je nach Typus und Vorgeschichte sind dabei Maßnahmen für alle Entgiftungsorgane und -strukturen des Körpers (Leber, Niere, Haut, Lungen, Blut/Lymphsystem) denkbar. Ich kombiniere in meinen Kuren ganz individuell für jeden Teilnehmer entsprechende Begleitempfehlungen, die von phytotherapeutischen Präparaten über Homöopathika, Probiotika, darmpflegende Maßnahmen bis hin zu speziellen Fastenmodifikationen (z.B. Molkezufuhr bei Gicht) reichen.

Wer schlechte Laune bei Hunger bzw. Unterzuckerung kennt, wem übel wird, wenn er länger nichts gegessen hast, wem Kreislaufprobleme oder Kopfweh bei Nahrungsentzug zu schaffen machen und wer vielleicht schon einmal negative Erfahrungen mit Fastenversuchen gemacht hat, sollte sich überlegen, einen erfahrenen Fastentherapeuten zu suchen, sofern grundsätzlich die Idee besteht, die positiven Effekte des Heilfastens zu nutzen.

Teilnehmer meiner Kurse bestätigen die positive Wirkung der vielfältigen Begleitmaßnahmen, Tipps und Tricks, mit denen eine Fastenwoche für jedermann und jederfrau krisenfrei durchführbar wird. Sprechen Sie mich an, sofern detailliertere Informationen gewünscht sind!

 

Quellen:
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[Ue2015] Uehlecke, Bernhard: „Schwermetalle und Weichmacher mit Heilerde binden und ausscheiden.“ Kompendium Gastroenterologie, 11. Jg. 2015, Nr. 1, S. 55.
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[Ur2015a] Ursinus, Lothar: „Mein Blut sagt mir… Labor ganzheitlich.“ Schirner 2015.

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