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Klassische Homöopathie
Der Begründer
der klassischen Homöopathie, der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. med. Samuel Hahnemann (1755 - 1843),
betrachtet Krankheit als eine Verstimmung der uns allen innewohnenden Lebenskraft. Die Lebenskraft ist nichts
Materielles, sondern "dynamisch, energetisch, geistartig" (Hahnemann, Organon der Heilkunst, 6. Aufl. 1992).
Nur, wenn die Lebenskraft geschwächt ist (z.B. durch Stress, Überlastung oder Verletzung), ist unser Organismus angreifbar
und kann in der Folge krank werden. Dabei wird Krankheit nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, sondern als Ausdruck
einer Störung der Balance des gesamten Organismus.
Ausdruck dieser verstimmten Lebenskraft sind die vom Patienten produzierten Symptome, die auf körperlicher,
emotionaler oder geistiger Ebene bestehen können. Die Symptome stellen nicht etwa die Krankheit selbst dar;
vielmehr sind sie Anzeichen der Auseinandersetzung eines Wesens mit einem - zunächst noch unbekannten - Problem.
Sie sind der sicht- und fühlbare Ausdruck einer Krankheit, "der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare"
(Christian Morgenstern). Über die Symptome wird der Mensch in seiner Gesamtheit dem Behandler zugänglich, da sie
den Homöopathen mit Hilfe des Ähnlichkeitsprinzips zum benötigten Heilmittel führen.
Das Ähnlichkeitsprinzip bildet die Kernaussage der klassischen Homöopathie. Hahnemann formuliert in seinem
Hauptwerk "Organon der Heilkunst" (6. Aufl., Haug 1992): "Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen,
in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (…) für sich erregen kann, als sie heilen soll!"
Das bedeutet, dass Symptome, die bei einem Gesunden durch die Einnahme eines homöopathischen Arzneimittels hervorgerufen
werden, durch die Einnahme eben jenes Mittels kuriert werden können, wenn sie bei einem Kranken auftreten.
Dies wird am Beispiel der Brennnessel deutlich: Kontakt mit einer Brennnessel verursacht schmerzhafte, juckende Bläschen.
Homöopathen verwenden Urtica urens, die Brennnessel, gemäß des Ähnlichkeitsprinzips bei Erkrankungen mit bläschenartigen
Hautausschlägen, bei Verbrennungen oder bei Insektenstichen, die mit schmerzhaften, juckenden Bläschen (und nicht etwa mit
flächenhaften Schwellungen und stechenden Schmerzen) einhergehen.
Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt - "Similia similibus curentur". Um Heilung erreichen zu können, darf ein
homöopathisches Arzneimittel allerdings nicht nur einen Teil der Beschwerden abdecken, sondern wird für den ganzen
Menschen verordnet. Es werden nicht Krankheiten, sondern kranke Menschen behandelt. Das richtige Arzneimittel, vom
richtigen Therapeuten zur richtigen Zeit verordnet, stärkt die Lebenskraft und versetzt den Organismus in die
Lage, aus sich selbst heraus das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen.
Aus rechtlichen Gründen möchte ich in diesem Zusammenhang noch darauf hinweisen, dass es sich bei den von mir angewendeten
naturheilkundlichen Therapiemethoden um schulmedizinisch (noch) nicht oder nur teilweise
anerkannte Verfahren handelt, die aber für die jeweiligen Diagnosen bzw. Therapien förderlich sein können.
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