Naturheilpraxis Gabriela Hoppe
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Prozessorientierte Homöopathie

Die prozessorientierte Homöopathie ist eine Weiterentwicklung der klassischen Homöopathie. Sie wurde auf Basis der praktischen Erfahrungen mit Patienten entwickelt und geht auf Hans-Jürgen Achtzehn und Andreas Krüger, zwei Homöopathen aus Berlin, zurück. Die prozessorientierte Homöopathie bedient sich grundsätzlich derselben Prinzipien und Mittel wie die klassische Homöopathie. Der Unterschied liegt in der Herangehensweise bei der Wahl des individuellen Heilmittels, der Analyse und Bewertung des Falls sowie der nachfolgenden Patientenführung im therapeutischen Gespräch.

Die Erfahrung zeigt, dass nach Gabe eines homöopathischen Arzneimittels nicht nur eine Veränderung in Bezug auf die vorherrschende Symptomatik stattfindet. Vielmehr setzt oftmals auch eine individuelle positive Veränderung, ein "Erkenntnisprozess", ein. Sichtbar wird dieser vor allem in Veränderungen des Verhaltens und der Denkmuster des Menschen. Häufig sind diese Veränderungen nach einer Mittelgabe jedoch nicht dauerhaft in das Wesen und das Leben eines Patienten integriert, sondern verblassen mit der Zeit. Dieses Verblassen ist jedoch nicht auf die falsche Wahl der Arznei zurückzuführen. Vielmehr ist ein innerer Widerstand des Patienten Grund für den nicht dauerhaft stattfindenden Wandel bzw. die fehlende Integration der positiven Veränderungen. Der Mensch ist offenbar (noch) nicht bereit oder in der Lage, wirklich gesund zu werden.

Dies lässt sich dadurch erklären, dass jeder Mensch aus einer Erkrankung einen Nutzen zieht, den sogenannten Krankheitsgewinn. Dieser kann z.B. in Anerkennung oder Aufmerksamkeit bestehen, die der Erkrankte aufgrund seines Zustands erhält. Gesund werden und gesund sein dagegen ist mit der Übernahme von Verantwortung verbunden und meist auch mit der Notwendigkeit, (schmerzhafte) Konsequenzen zu ziehen.

Homöopathische Arzneimittel können unangenehme Symptome daher oftmals nur eine Zeit lang zum Verschwinden bringen; ist ein innerer Widerstand im Patienten vorhanden, wird der Patient immer wieder - eventuell in leicht modifizierter Form - in seinen Ausgangszustand zurückfallen. Unerwünschte Symptome werden wieder aufflackern, der Mensch fühlt sich nicht gesund und leidet zunehmend unter seinen Symptomen. Solange der Erkenntnisprozess nicht zu einem Wandel geführt hat, solange der Patient nicht aus sich selbst heraus etwas in seinem Leben verändert, werden ihn seine Schatten immer wieder einholen. Eine Heilung ist erst möglich, wenn der Patient sich bewusst dafür entscheidet.

Um das zu versinnbildlichen, wird gerne folgendes Beispiel herangezogen: Stellen Sie sich vor, Sie haben ein eigenes Haus mit Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachboden. Sie leben gemütlich im Erdgeschoss, genießen allerlei Annehmlichkeiten, wie z.B. einen gefüllten Kühlschrank und einen großen Fernseher. Plötzlich nehmen Sie einen unangenehmen Gestank wahr. Sie stellen fest, dass er aus dem Keller kommt, dem Stauraum für allen möglichen Ballast und Kram, mit dem Sie nicht tagtäglich konfrontiert werden möchten - den gern zitierten "Leichen im Keller" eben. Öffnen wollen Sie die Kellertür natürlich nicht, im Erdgeschoss möchten Sie den Gestank schließlich nicht haben! Also versuchen Sie, die Tür so gut wie möglich abzudichten und setzen sich wieder ins Wohnzimmer. Nach kurzer Zeit holt Sie der Gestank, offensichtlich noch stärker geworden, jedoch wieder ein. Genervt ziehen Sie sich ins Obergeschoss zurück. Da ist es zwar noch relativ gemütlich, aber der Fernseher und der Kühlschrank fehlen Ihnen schon. Zum Glück haben Sie oben wenigstens noch eine Toilette. Während Sie mit knurrendem Magen im ersten Stock sitzen, bemerken Sie plötzlich wieder den widerlichen Gestank. Sie flüchten kurzentschlossen auf den Dachboden. Da ist es nicht nur kalt und ungemütlich - leider sind Sie über kurz oder lang auch vor dem Gestank nicht sicher. Mit anderen Worten: Ihr Schatten hat Sie wieder einmal eingeholt!
Wenn Sie nicht resignieren und aufgeben wollen, bleibt nur eins: Sich dem Schatten entgegenstellen und den Weg in den Keller antreten.

Und bei diesem Weg möchte ich Sie als prozessorientierte Homöopathin gerne begleiten! Die prozessorientierte Homöopathie geht nämlich genau hier einen entscheidenden Schritt weiter als die klassische Homöopathie: Sie macht sich zum Ziel, dass der Patient mit seinem Therapeuten in einen Prozess eintritt. Symptome sollen im Rahmen dieses Prozesses nicht nur beseitigt, sondern sie sollen überflüssig werden. Neben der Gabe des individuellen homöopathischen Heilmittels ist dabei das therapeutische Gespräch eine wesentliche Säule der Behandlung. Der Patient wird durch bewusste Erkenntnisprozesse begleitet, dabei werden Potentiale offenbar und Problemlösungsstrategien entwickelt. Der Weg kann je nach Patient individuell ganz unterschiedlich aussehen; auch die Unterstützung, die Sie durch den Therapeuten brauchen, kann variieren.

Um bei dem Bild des Hauses mit dem stinkenden Keller zu bleiben: Je nach Persönlichkeit und Konstitution möchten Sie vielleicht direkt mit großen Schritten vom Dachboden in den Keller stürmen und mit dem Ausmisten und Aufräumen anfangen. Die einmalige Gabe eines homöopathischen Arzneimittels reicht vielleicht aus, um Ihnen den entscheidenden Ruck zu geben, endlich durchzustarten.
Vielleicht können Sie sich aber auch gar nicht vorstellen, auch nur einen Fuß in Richtung Dachbodentreppe zu setzen. Die Gabe eines homöopathischen Mittels kann Ihnen dann möglicherweise das Quentchen Mut geben, das Sie brauchen, um an der Hand Ihres Therapeuten, bewaffnet mit Taschenlampe, Helm und Handschuhen, zunächst einmal den Weg zurück ins Obergeschoss anzutreten. Sind Sie dort erst einmal gelandet, hilft Ihnen eine erneute Gabe des Heilmittels - vermutlich in veränderter Potenz - dabei, die nächste Treppe in Angriff zu nehmen. So arbeiten wir uns langsam in Richtung Keller vor. Und werden ihn früher oder später erreichen - sofern Sie die Entscheidung dazu treffen!

Insbesondere die prozessorientierte Homöopathie ist also eine erkenntnisfördernde Therapie. Behandlungsziel ist es, Wege zum eigenen Selbst zu finden. Das richtig gewählte Arzneimittel nimmt dem Patienten dabei nicht den mühsamen Prozess einer Wandlung ab - es stellt jedoch Kraft für diesen Prozess zur Verfügung. Die Wahl, den Weg der Heilung zu gehen oder sich trotz des richtigen Mittels gegen den Wandlungsprozess zu stellen und krank zu bleiben, bleibt dem Patienten natürlich unbenommen. Als Therapeut kann ich Ihren Weg weder gehen noch für Sie vorzeichnen. Ich kann Sie jedoch dabei begleiten, bedrohliche Türen aufzustoßen, Verborgenes (wieder) zu entdecken und neue (Selbst)Erkenntnisse zu gewinnen. Machen Sie sich also auf den Weg: Dahin, so zu werden, wie Sie gedacht worden sind und wie Ihre Seele sein will!

Ich verweise zur eingehenderen Beschäftigung mit der prozessorientierten Homöopathie auf den ausführlichen Artikel "Prozeßorientierte Homöopathie" von Andreas Krüger und Hans-Jürgen Achtzehn, der in der Zeitschrift "Homöopathische Einblicke", 18/1994, erschienen ist, und an dem sich meine Ausführungen orientieren (der Artikel ist auch online abrufbar unter http://www.verlag-medizinischesforum.de/index.php?show=H18_prozess&tr=at).

Aus rechtlichen Gründen möchte ich in diesem Zusammenhang noch darauf hinweisen, dass es sich bei den von mir angewendeten naturheilkundlichen Therapiemethoden um schulmedizinisch (noch) nicht oder nur teilweise anerkannte Verfahren handelt, die aber für die jeweiligen Diagnosen bzw. Therapien förderlich sein können.