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Wasser – unser wichtigstes Lebensmittel. Wie sicher ist es?
Tag der offenen Tür in der Bahnhofstraße 10 in Burgwedel am 20.9.2014 (14-17 Uhr)

Mit Interesse habe ich „das“ Buch über die HCG-Diät gelesen, nachdem mehrere meiner PatientInnen mich darauf angesprochen haben.
(Anne Hild: „Die hCG-Diät: Das geheime Wissen der Reichen, Schönen & Prominenten“; Aurum-Verlag 2011)

HCG-DiätMein Fazit: Ich sah und sehe nach wie vor die HCG-Diät sehr kritisch.
Insgesamt stelle ich nicht in Frage, dass man mit einer 500 kcal-Diät abnimmt – das 3-Wochen-Programm, gefolgt von einer sehr bewussten 3-wöchigen Aufbauphase sollte auf der Waage deutliche Erfolge zeigen.
Die HCG-Diät „wirbt“ ja nun damit, dass man durch Einnahme spezieller Hormone (ursprünglich wurden die „echten“ Hormone gespritzt, das Buch setzt nun auf die Einnahme von Globuli…) an den „richtigen“ Stellen abnimmt. Angesprochen sind im Wesentlichen die typischen Problemzonen der Frau, die angegriffen werden sollen. Zudem soll der Hypothalamus (Hirnanhangsdrüse; eine Hormondrüse im Gehirn) „umprogrammiert“ werden, so dass das Gewicht nach der Kur einigermaßen problemlos zu halten ist.

So weit, so gut!
Aber: Auch nach umfassender Recherche und umfassendem Grübeln darüber bleiben für mich zwei Kernfragen offen, die meiner Ansicht nach wesentlich für das Verstehen und vor allem den Erfolg der Diät sind.
Vielleicht liest hier jemand mit, der mir diese Fragen beantworten kann – ich habe auch Anne Hild, der Verfasserin besagten Buches, gemailt in der Hoffnung, dass sie mich erhellen kann… Ich werde berichten…

1. Das Buch empfiehlt keine konkreten HCG-Globuli. Nach meinen Recherchen werden von den meisten Lieferanten passend zur Diät „stinknormale“ Gonadotropin-Globuli, z.T. sogar in zusammengemischten Potenzen, als HCG-Globuli ausgegeben.
Ich als klassisch homöopathisch ausgebildete Heilpraktikerin frage mich: Warum/Wie soll das homöopathische Mittel Gonadotropin genauso im Körper wirken wie das Hormon, das in der Ursprungskur/-diät ja gespritzt oder oral zugeführt wurde?
Das wäre ein isopathischer Ansatz, kein homöopathischer. Isopathie funktioniert aber mit homöopathischen Präparaten nicht. Homöopathisch aufbereitete Wirkstoffe zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie niemals genauso wirken wie der Ursprungsstoff; es sind ja eben keine reinen Verdünnungen, sondern Potenzierungen. Tausende Arzneimittelprüfungen, die über viele Jahrzehnte auf der ganzen Welt durchgeführt wurden, zeigen genau das.
Zudem ruft ein homöopathisches Mittel, einer Gruppe „Gesunder“ gegeben, niemals bei allen Probanden die selben Symptome hervor.
Selbst bei Übergewichtigen, die in diesem speziellen Körperbereich offenbar „krank“ zu sein scheinen, liegt ja nicht pauschal das selbe Problem (z.B. hormonelle Unregelmäßigkeiten) zugrunde, das wir mit dem selben Mittel behandeln. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass ein Mittel bei einer gewissen Anzahl von Probanden sogenannte (in diesem Fall unerwünschte) Prüfungssymptome hervorrufen wird.
Insbesondere, wenn es (wie in dem Buch empfohlen) mehrfach täglich über einen Zeitraum von 3 Wochen gegeben wird. Prüfungssymptome treten bei einem falsch gewählten Mittel i.d.R. bereits recht schnell auf und werden eher schlimmer als besser, wenn man das Mittel wiederholt.
Ein gängiges zu dem Buch vertriebenes HCG-Globuli-Präparat mischt Gonadotropin-Globuli in den Potenzen C12, C30 und C200 – eine Mittelwirkung ist hier weniger im körperlichen als vielmehr im geistig/seelischen bzw. im Gemütsbereich angesiedelt. Gerade diese Hochpotenzen sollten mit Bedacht eingesetzt werden, u.a. da sie i.d.R. Wirkdauern (und das bei einer einmaligen Gabe!) von mehreren Wochen haben. Ich verstehe nicht, warum diese Globuli pauschal mehrmals täglich über 3 Wochen eingenommen werden sollen. Man müsste meiner Meinung nach zumindest im Bereich der eher organisch wirksamen Potenzen von D6 – D30 bleiben. Aber selbst dann sehe ich den Punkt der Pauschalverordnung dieses Mittels sehr kritisch.

2: Welcher physiologische/pathologische/biophysische Mechanismus liegt derAnnahme zugrunde, dass sich der Hypothalamus umprogrammieren lässt? Ich verstehe nicht, warum er das tut, wann er das tut, wie er das tut und welche Rolle der Zeitraum dabei spielt (im Buch wird in diesem Zusammenhang explizit auf die sechs Wochen der Gesamtkur verwiesen). Da diese Annahme ja eine wesentliche Grundlage der Diät bildet, denke ich, man sollte da genauer einsteigen. Nun bin ich weder Neurologe noch Endokrinologe – vielleicht findet sich ja eine plausible laientaugliche Erklärung dieses Phänomens. Ich wäre dankbar!
Einer meiner ersten Gedanken dazu ist, dass dann ja jede (im besten Falle für den Körper positive) Ernährungsumstellung, die mehr als 6 Wochen durchgehalten wird, eine Umprogrammierungsfunktion auf den Hypothalamus haben müsste?! Viele aber scheitern auch nach besagten 6 Wochen am Durchhalten und fallen schnell in alte Verhaltensmuster zurück. Dass wiederum das HCG allein dafür verantwortlich sein soll, kann ich wiederum nicht verstehen. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren…

Ich habe auch noch weitere kritische Anmerkungen zum Diätprogramm, die ich an dieser Stelle unterbringen möchte. Schließlich fragen mich meine PatientInnen in der Regel, was ich von der Diät insgesamt halte und nicht nur, wie ich mir den Erfolg erkläre:

    • Stichwort Entgiftung: Immer, wenn katabole (abbauende) Prozesse im Körper ablaufen, werden auch Toxine aus den Zellen freigesetzt. Ich denke, dass man – wie z.B. auch bei einer vernünftigen Fastenkur – bei einer solch radikalen Diät immer parallel die Ausleitungsorgane stärken sowie Giftstoffe binden und ausleiten, also entgiften sollte. Und dies am besten individuell. Das kommt m.E. in dem Standard-Diät-Programm zu kurz bzw. wird gar nicht weiter angesprochen. Auch die empfohlene Trinkmenge würde ich angesichts dessen noch erhöhen. Ich bin der festen Überzeugung, dass z.B. die angesprochenen „Standardkopfschmerzen“ am ersten Diättag Geschichte wären, würde man die Kur vernünftig und körperschonend begleiten.
    • Fettfreies Kochen/Braten: Im Buch wird empfohlen, in beschichteten Pfannen ölfrei zu braten. Ich finde das höchstbedenklich, da gerade Teflon (das wohl die meisten Menschen besitzen) beim leeren Erhitzen wahnsinnige Mengen von Giftstoffen freisetzt, die dann 1:1 eingeatmet werden und in die Nahrungsmittel wandern! (Zu den Gesundheitsrisiken durch Teflon hier stellvertretend eine Quelle von vielen: https://pfannenhelden.de/teflonbeschichtung-giftig/). Zumindest ein Hinweis darauf wäre m.E. sehr sinnvoll, da diese Giftstoffe höchstbedenklich und gesundheitsschädlich sind.
      Gusseiserne Pfannen funktionieren im Übrigen ebenso ohne Fett.

Dies nur in Kürze.

Alles in allem überzeugt mich diese Diät – trotz ihrer auf den ersten Blick durchschlagenden Erfolge – demzufolge nicht.
Wie gesagt: Dass damit abgenommen wird, steht außer Frage. Wie gesund dieses Abnehmen für den Körper ist und ob eine sinnvolle Ernährungsumstellung nicht (bei etwas längerem Vorlauf) letztlich den selben (aber körperschonenderen) Effekt hätte, muss letztlich jede(r) für sich entscheiden.
Ich kann allen HCG-Diätlern nur empfehlen, die Kur nicht nach „Standard“ durchzuführen, sondern zumindest sinnvoll durch eine begleitende Ausleitung/Entgiftung sowie ggf. Nahrungsergänzungsmittel (für die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen) zu ergänzen.

Für einen Austausch zum Thema bin ich wie immer gerne zu haben und freue mich über Kommentare!

Update (12.10.2014):

Sehr sympathisch: Ich habe innerhalb weniger Stunden Nachricht von Anne Hild (der Buchautorin) zu meinen Fragen bekommen. Leider wurden nicht alle beantwortet (warum das homöopathische aufbereitete Hormon so wirken soll wie das Original und welche Mechanismen die Hypophyse umprogrammieren, weiß ich noch immer nicht), aber erleichtert stelle ich fest, dass sie zumindest die Potenzeinnahme ab C30 ebenso kritisch sieht wie ich. Anne Hild empfiehlt auskunftsgemäß Potenzen unterhalb der C30 und hat als einziges Präparat die sog. „Hormony Complex-G“-Tropfen empfohlen, die sie offenbar selbst entwickelt hat und die kein Hormon enthalten, sondern nur irgendwie aufgeprägte Informationen (wie, wurde nicht verraten).
Ich bleibe dran…

Update (14.10.2014):
Auf mehrfache Nachfrage zu meinen konkreten Fragen wurde mir immer nur wieder ein Angebot gemacht, die Hormony Tropfen auch in meiner Praxis zu vertreiben.
Hm.
Unbefriedigend.

Ich bleibe also bei meinem Urteil und kann die Begriffe „falsche Versprechungen“ und „Geldmacherei“ nicht aus meinem Kopf bekommen…

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Comments
  • Gabriela Hoppe 5. März 2015 Antworten

    Gern möchte ich an dieser Stelle noch einen Kommentar (auszugsweise hier angefügt) einer Leserin kommentieren:

    „[…] Ich habe mich gefragt, warum c30 bei mir so gut wirkt und bei manch anderen trotzdem Appetit vorhanden ist?!
    Ich hab da die Theorie, dass es daher kommt, dass ich auf Seelenebene schon viel aufgelöst habe, während andere vor ihren Problemen weglaufen. Mir ist es in der Vergangenheit nie gelungen abzunehmen, ich war aber auch seelisch nicht so weit.
    Mal davon ausgegangen, dass c30 körperlich gut wirkt, wenn man seelisch im Gleichgewicht ist, müsste dann c200 nicht besser wirken, bei menschen die noch im „Ungleichgewicht“ sind? […]

    Grundsätzlich gilt in der klassischen Homöopathie, deren Gesetze ja zumindest von Frau Hild zugrunde gelegt werden, der Grundsatz: Erst das Symptom, dann das Mittel. Das heißt, wenn jemand die entsprechenden, zu HCG passenden Symptome zeigt, kann nicht nur die D6, sondern natürlich auch die tiefer wirkende C30 oder auch die C200 für ihn angezeigt sein. Leider wissen wir in der Homöopathie über HCG als Mittelbild noch nicht wirklich viel (es ist ein relativ junges, noch nicht zuhauf geprüftes Mittel), und gesicherte Verschreibungen sind von daher schwierig. Nun kann es natürlich sein, dass für Sie das Mittel passt(e) wie die Faust aufs Auge und demzufolge „Heilungssymptome“, also positiv erlebte Erlebnisse folgten. Für andere Menschen kann das ganz anders aussehen. Homöopathische Mittel werden lege artis immer nach einer individuellen, relativ ausführlichen Anamnese verschrieben; nur so ist gewährleistet, dass der Mensch das für ihn im Rahmen seiner aktuellen Symptomatik passende Mittel erhält. Selbst Laien-Anwender-Bücher, wie Quickfinder & Co., versuchen, dies zu simulieren bzw. zumindest ansatzweise zu gewährleisten, indem klassische, häufig vorkommende Symptomatiken gebündelt und präsentiert werden, denen sich zumindest um die 75% der Leser zuordnen können. Eine Pseudo-Individualisierung, aber was oft vorkommt, kommt oft vor, und eine Vielzahl der Leser findet sich wieder. Bei der HCG-Diät erfolgt keinerlei Symptomerhebung; homöopathische Mittel werden „einfach so“ empfohlen unter der (irrigen!?) Annahme, ihre Wirkweise ließe sich 1:1 aus dem Ausgangsstoff ableiten. Keine seriöse homöopathische Vorgehensweise.Da unpassend gegebene Mittel unerwünschte (negative) Symptome hervorrufen können, würde ich hier maximal im Bereich D6/D12 arbeiten, um derartige Reaktionen zumindest im Hinblick auf Heftigkeit und Dauer zu minimieren.
    Soviel vorab zum allgemeinen Verständnis der homöopathischen Wirkweise.
    Zum konkreten Thema „seelisches Gleichgewicht beim Abnehmen“: Seelisches Ungleichgewicht kann ja vielerlei bedeuten. Es kann mit Minderwertigkeitsgefühlen, mit Belohnungsthemen, mit Wut, aber auch mit haufenweise anderen Themen zusammenhängen. Ein homöopathisches Mittel, das „themenbezogen“ eingesetzt wird (und da sind wir eher bei der prozessorientierten als bei der klassischen Homöopathie), unterscheidet da schon sehr genau nach den „Unterhemen“, die hinter dem offensichtlichen Ungleichgewicht stecken. Von daher kann HCG und sein Thema (das mir bisher nicht im Detail bekannt ist – sollte es Prüfungen und Ergebnisse dazu geben, bin ich sehr interessiert!) natürlich zufällig passen. Es könnte aber genausogut ein anderes Mittel „in der Tiefe“ angezeigt sein, das auf seelischer/Gemütsebene die Blockade auflöst, die zu Übergewicht geführt hat. Da brauchen wir das HCG dann einfach gar nicht. Dies wird bestätigt durch eine Vielzahl Fälle in Praxen von Kollegen und mir, die schon seit jeher Übergewicht (u.a.) mittels Globuli (mit)behandeln. Natürlich ist eine Ernährungsumstellung in den meisten Fällen angezeigt, aber die angesprochene Unterstützung („Jetzt klappt es, vorher nie!“) kommt durch das passende (!) Mittel.
    Angenommen, HCG wäre das passende MIttel, kommen wir zur Potenzfrage:
    C-Potenzen wirken typischerweise eher im Gemütsbereich als D-Potenzen. Ab der C30 bewegen wir uns im Hochpotenzbereich, bei dem Gemütsreaktionen/-symptome mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Je nachdem, wie „tiefgreifend“ eine Störung ist und wie regulativ der Patient (noch) ist, kann eine C30 angezeigt sein, es kann aber auch einer C200 oder noch höherer Potenzen bedürfen, um den „Fall“ auf den Weg zu bringen. Das ist sehr individuell und nicht pauschal an einem bestehenden „Ungleichgewicht“ festgemacht werden.

  • Corinna 10. August 2015 Antworten

    Hallo

    Vielen Dank für die konstruktive Kritik. Ich habe mich trotzdem entschieden, die Kur einmal auszuprobieren, allerdings liege ich großen Wert auf Entgiftung uns Nahrungsergänzung. Ich habe Globolies C12 bestellt und bin noch unsicher mit der Dosierung. Vielleicht kann jemand helfen?
    Danke

  • Carolin 6. Oktober 2015 Antworten

    Liebe Gabriela, ich bin gerade über deinen Artikel gestolpert, den ich sehr interessant finde. Ich plane die Diät auch zu machen (habe das Buch von Anne Hild), würde aber gerne zusätzliche Präparate zur Entgiftung nehmen. Allerdings gehst Du nicht weiter auf das Thema ein. Was würdest Du empfehlen? Danke!

    • Gabriela Hoppe 6. Oktober 2015 Antworten

      Liebe Carolin,
      danke zunächst für Deinen Kommentar.
      Ich mache dazu hier keine näheren Angaben, weil dazu eine individuelle Beratung sinnvoll und notwendig ist und in Deutschland individuelle Beratungsleistungen nur im Rahmen einer Behandlung und „Vor-Ort-In-Augenscheinnahme“ des Patienten durchgeführt werden dürfen. Darum kann ich Dir leider online keine Empfehlungen geben, sondern nur im Rahmen einer Praxiskonsultation (bei Interesse gerne Kontakt aufnehmen). Insgesamt kann ich nach wie vor die HCG-Diät nicht empfehlen, würde eher eine Ernährungsumstellung mit größerem, nachhaltigen Effekt empfehlen; ich kann allgemein allerdings sagen, dass sinnvollerweise Säureausscheidung, Ausscheidungsorganunterstützung und Bindegewebsreinigung beachtet werden sollten. Beste Grüße, Gabi Hoppe.

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