Wenn du merkst, dass du krank wirst: Deine Erste-Hilfe-Strategien für die ersten 24 Stunden

Du kannst den Verlauf von Infekten durch die richtigen Maßnahmen meistens günstig beeinflussen.
Kennst du dieses ganz leichte Kratzen im Hals?
Oder diesen Moment, in dem du morgens wach wirst und merkst: Oha, da bahnt sich was an!
Bei vielen kommt der Infekt nicht aus dem Nichts. Unser Körper spricht mit uns und je früher du reagierst, desto mehr kannst du den Verlauf positiv beeinflussen. Und weil viele meiner Leser:innen zusätzlich mit Reizdarm, SIBO oder IMO zu tun haben, bekommst du hier eine Version, die genau darauf Rücksicht nimmt.
Kurz: Was kannst du JETZT tun, um deinen Körper zu unterstützen, ohne den Darm zu stressen?
Nächste Woche gibt’s dazu übrigens eine ausführliche Podcastfolge, in der ich tiefer einsteige.
Frühwarnsignale erkennen: dein Körper spricht mit dir
Die ersten Anzeichen einer Erkältung wirken oft unscheinbar:
- Kratzen im Hals
- plötzlich ungewöhnliche Müdigkeit (sog. „Sickness Behavior“)
- leichtes Frösteln
- ein dumpfer Kopf
- Druck hinter der Stirn
- gereizte Schleimhäute
Diese Reaktionen entstehen nicht durch das Virus selbst, sondern durch deine Immunaktivierung, ein Prozess, der schon startet, bevor du richtig krank bist.
Und genau jetzt ist der perfekte Moment, um aktiv zu werden.
Entlaste deinen Körper sofort, das ist deine erste Priorität
(Und ja: Viele Betroffene unterschätzen das!)
Die Devise sollte lauten: Ruhe rein, Stress raus
Viele machen hier den größten Fehler: weiter durchpowern.
Aber: Je stärker du jetzt Gas gibst, desto mehr Energie fehlt deinem Immunsystem. Denn Stress ist einer der größten Immunbremsen. Wenn du jetzt durchpowerst, geht dein Körper in eine Art „Notlaufprogramm“.
Mach’s deinem Körper also leicht:
- Termine entschlacken
- heute kein Sport
- Wärme, Ruhe, langsamer machen
- 2–3 kleine Pausen einbauen
- kurz raus an die frische Luft
- kein Social-Media-Doomscrolling
Dieser Schritt wirkt unspektakulär, ist aber einer der größten Gamechanger.
Wärme ist ein unterschätzter Booster
Wärme unterstützt deine Schleimhäute, deine Durchblutung und deine Entspannung.
Meine Favoriten:
- Wärmflasche im Rücken oder auf dem Bauch
- warme Socken und Kuscheldecke
- heiß duschen oder kurz baden (wenn du kein Fieber hast)
- warm einpacken, selbst wenn du nur kurz nach draußen gehst
- Infrarotlampe (auf meiner Empfehlungsseite findest du die Lampe, die ich zu Hause nutze)
Das nimmt deinem Körper Arbeit ab.
Schlaf ist die beste Medizin
Schon eine gute Nacht verändert oft den Verlauf einer beginnenden Erkältung, denn Schlafmangel ist einer der größten Immun-Killer.
Also:
- früher ins Bett
- Handy raus
- Wärme rein
- Atemübungen oder eine kurze Entspannung vor dem Einschlafen
- kein schweres Essen spät abends
Schlaf ist deine Regenerationszentrale, unterschätz ihn nie.
Schleimhäute unterstützen
Viren mögen trockene Schleimhäute.
Du und dein Körper mögen feuchte.
Ich empfehle dir:
- Nasenspülungen (z.B. mit isotonischer Kochsalzlösung), hier habe ich dir auf meiner Empfehlungsseite auch die Nasendusche verlinkt, die ich zu Hause im Einsatz habe
- Warme Getränke: Heißes Wasser oder auch ein Tee aus Salbei, Thymian, Ingwer in moderaten Mengen
- Feuchte Luft: ein Wasserschälchen auf der Heizung oder eine kurze Inhalation
Das ist der Klassiker, und das aus gutem Grund. Du unterstützt damit die erste Barriere, mit der dein Körper Erreger abfängt.
Darmfreundliches Trinken
Beim ersten Infekt-Gefühl solltest du mehr trinken. Achte hier besonders auf Verträglichkeiten. Gerade mit Reizdarm oder Fehlebesiedlung solltest du Folgendes beachten:
Gut verträglich bei Reizdarm:
- stilles Wasser
- Kräutertees aus Melisse, Cistrose, Salbei, Thymian)
- warme Brühen
- Ingwertee (aber nicht literweise)
Ungünstig, wenn du empfindlich bist:
- Fruchtsäfte, insbesondere sehr saure Säfte
- eiskalte Getränke
- Getränke mit Süßungsmitteln
- zu viel Ingwer, wenn du zu Sodbrennen neigst
Je wärmer und beruhigender, desto besser. Gerade warme Brühen unterstützen Schleimhäute und Darm. Du findest ein Rezept für eine Reizdarm-konforme Brühe auch in meinem Therapieleitfaden SIBO*.
Wenn sich bei mir eine Erkältung ankündigt, mache ich mir direkt morgens ein Getränk aus 1 frisch gepressten Zitrone, ca. 2 cm frischem Ingwer (in Stückchen geschnitten), 1 TL Manuka-Honig* (wichtig: achte auf 1000 MGO), ein paar Salbeiblättern aus dem Garten und ½ TL Kurkuma. Wenn du diese Zutaten verträgst, probiere das unbedingt einmal aus.
Ernährung: leicht, warm, entzündungsarm
Viele verlieren am Anfang den Appetit. Wenn du keinen Hunger hast, zwing dich nicht. Das ist normal und sinnvoll, dein Körper nutzt die für Verdauunsprozesse nötige Energie an anderer Stelle gerade sinnvoller. Wenn du essen möchtest, halte dich an:
- warme Mahlzeiten
- leichte Proteine: Brühe, Fisch, den Erkältungsklassiker Hühnersuppe
- gedünstetes Gemüse
- leichte, hochwertige Pflanzenfette (z.B. aus Leinöl), wenig schweres Fett
- möglichst kein Zucker
Achtung bei Reizdarm:
- Keine ballaststoffreichen „Powerfoods“ in der Akutphase
- Keine rohen Zwiebeln, Knoblauch, große Portionen Obst
- Keine „Histaminbomben“ wie Tomaten, gereifter Käse, lang Eingelagertes
Das ist ein häufiger Fehler bei Betroffenen: „Gesund“ heißt nicht automatisch „verträglich“. Auch hier solltest du es deinem Körper leicht machen.
Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll einsetzen
Viele Menschen nutzen bei Erkältungsbeginn Nahrungsergänzungsmittel.
Das kann sinnvoll sein, häufig ist es aber einfach „teures Pipi“ (im besten Fall) oder belastet deinen Organismus sogar zusätzlich. Das gilt besonders bei Reizdarm, SIBO oder Histaminproblemen: Bei Magensäuremangel werden z. B. Kapseln schlechter vertragen und Zusatzstoffe können Schleimhäute reizen.
Du weißt ja:
Mein Rat ist immer: Erst messen, dann machen.
Aber es gibt ein paar Nährstoffe, die du wahrscheinlich aus Werbung, Artikeln oder früheren Podcastfolgen kennst, weil sie immer wieder im Zusammenhang mit Infekten genannt werden – und das aus nachvollziehbaren Gründen:
- Vitamin C
Vitamin C unterstützt viele Prozesse, die deine Schleimhäute und deine zellulären Abwehrstrukturen aufrechterhalten, deshalb verbraucht dein Körper bei Infekten oft mehr davon als üblich.
- Zink
Zink ist an einer Vielzahl immunologischer Reaktionen beteiligt, vor allem dort, wo Zellen schnell erneuert, repariert oder aktiviert werden müssen (z. B. in Schleimhäuten).
- Vitamin D (den Status solltest du ohnehin regelmäßig überprüfen lassen)
Vitamin D beeinflusst die Regulierung zahlreicher Immunzellen und trägt dazu bei, dass das Immunsystem nicht „überreagiert“ und gleichzeitig gut arbeitsfähig bleibt.
- Selen
Selen ist Teil wichtiger antioxidativer Systeme im Körper und wird benötigt, um Zellen während einer Infektreaktion vor übermäßigem oxidativem Stress zu schützen.
All diese (und noch andere) Stoffe können also genau dann sinnvoll sein, wenn du einen Mangel hast. Bestenfalls hast du regelmäßige Nährstoffuntersuchungen durchführen lassen und kennst deine „Baustellen“. Ansonsten kann das ein guter Anlass dafür sein, nicht nur für dein Auto, sondern auch für dich einen regelmäßigen „Checkup-Termin“ zu vereinbaren.
Wenn du Reizdarm oder Histaminprobleme hast:
Bitte keine hochdosierten Immunshots und keine typischen Internet-Rezepte mit Zwiebeln, Knoblauch oder großen Mengen Zitronensäure.
Das reizt Schleimhäute und Darm unnötig – und bringt oft mehr Chaos als Nutzen.
Reizdarm-Special: Was besonders wichtig ist
Infekte können den Darm kurzfristig aus dem Gleichgewicht bringen. Manche Erreger, das gilt z.B. auch für das Corona-Virus, beeinflussen auch das Darm-Mikrobiom oft merklich und nachhaltig. Schau dir dazu gern auch meine Podcastfolge mit Dr. Stefan Rohrer an, in der wir dieses Thema aufgreifen.
Deshalb gilt es gerade bei Reizdarm-Beschwerden jeglicher Art, besonders gut auf den Körper zu hören und ausgewählte, milde und wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Für mich gehören folgende auf jeden Fall dazu:
- Termine und Stress radikal reduzieren: zieh dich zurück, sorg gut für dich, schau, was DU jetzt gerade brauchst für die Regeneration
- Wärme und Behaglichkeit: wenn es dir gut tut, solltest du deinen Bauch wärmen und es dir generell gemütlich und kuschelig machen, v.a., wenn du rausgehst
- genügend trinken: konzentrier dich v.a. auf stilles Wasser und gut verträgliche Kräutertees und trinke vor allem kein Kaffee auf nüchternen Magen
- 2–3 Tage „Schonkost“: nutze deine „sicheren“ Lebensmittel, konzentriere dich auf milde, gut verdauliche Speisen, z.B. Brühen, Püriertes
- keine „Hausmittel“ mit viel Fruktose oder starken Reizstoffen wie z.B. Gewürzen: nutze sanfte natürliche Helfer wie Thymian, Kurkuma, Salbei, Ingwer, Cistrose, Melisse
Wenn du SIBO/IMO hast:
Bitte keinen Ingwer-, Knoblauch- oder Zwiebelüberschuss, wie er überall empfohlen wird. Für viele Betroffene ist das ein sofortiger Trigger.
Und ganz wichtig: Nicht alles auf einmal machen
Viele greifen in Panik zu zehn Interventionen gleichzeitig:
- Vitamin C in Hochdosis
- fünf verschiedene Supplements
- zwei Hausmittel
- Inhalieren
- Tees
- Sport
- Sauna
- Detox
- Fasten
- und noch ein Immunsystem-Shot…
Stopp.
Wirklich.
Dein Körper braucht jetzt Ruhe, Schlichtheit, Wärme, Flüssigkeit und wenig Stress.
Nicht Komplexität.
Meine Routine bei beginnendem Infekt
Vielleicht kennst du das aus meinen anderen Inhalten: Auch ich reagiere schnell über die Schleimhäute, habe eine leichte Histaminabbauschwäche und in meiner Vergangenheit liegt eine SIBO- bzw. IMO-Geschichte. In meinem Podcast berichte ich in einer Folge ausführlich über meinen Weg und wie ich meine Symptome losgeworden bin.
Darum nehme ich die allerersten Signale eines beginnenden Infekts sehr ernst. Bei mir ist es meistens diese typische Sickness Behavior: Müdigkeit, Rückzug, ein diffuses „Irgendwas stimmt nicht“-Gefühl. Sobald ich das merke, schalte ich radikal in den Selbstfürsorge-Modus.
Was ich dann mache (die genannten Präparate findest du auf meiner Empfehlungsseite):
- Ich sage – so gut es geht – Termine ab oder verschiebe sie. Mein Körper geht vor.
- Ich setze mich für ein paar Minuten hin und spüre in mich hinein: Was würde mir jetzt gut tun? Ein Nickerchen? Wärme? Eine Meditation? Flüssigkeit?
- Wenn ich kein Fieber habe und mein Kreislauf stabil ist, nehme ich ein heißes Bad oder gehe sehr heiß duschen.
- Danach wickle ich mich warm ein, meist in meine Kuscheldecke oder ich setze mich vor meine Infrarotlampe. Selbst wenn ich weiterarbeite, bleibe ich in diesem „eingepackten Modus“.
- Ich koche mir sofort ein Heißgetränk, das ich dir oben schon beschrieben habe: Zitrone, frischer Ingwer und Manuka-Honig. Mir persönlich hilft Manuka-Honig super, allerdings achte ich auch auf 1000 MGO (das ist sozusagen die Wirkkraft).
- Ich trinke deutlich mehr als sonst, weil meine Schleimhäute spürbar davon profitieren.
- Wenn sich ein Atemwegsinfekt ankündigt, schnappe ich mir meine Nasendusche.
- Wenn sich Halsschmerzen ankündigen, nutze ich Lutschtabletten mit Manuka-Honig.
- Je nachdem, wo die Symptome sitzen (Hals, Bronchien, Atenwege):
Ich nutze gerne die pflanzlichen Produkte von Bionorica (Imupret, Tonsipret, Bronchipret, Sinupret), immer in Tropfenform und hochdosiert. Imupret ist für mich der absolute „Soforthelfer“, ich dosiere allerdings deutlich höher als angegeben. - Ich nutze direkt mein Produkt „Immun“ von Maxxprosion, weil ich
1.) genau weiß, wie meine Mikronährstoff-Stati aussehen,
2.) das Präparat damals selbst entwickelt habe (in der Corona-Welle),
3.) und es für meinen Körper wirklich gut funktioniert. - Ich tue parallel etwas für meinen Darm, weil der bei Infekten immer mitbetroffen ist:
- Bakterienmix Select von Maxxprosion
- Bakterienmix von Maxxprosion
- ausreichend Ballaststoffe (so, wie ich sie vertrage)
- Ich achte extrem auf Schlaf.
- Ich unterschätze nie die frische Luft.
Ich mache mehrere kurze Spaziergänge ohne mich zu überfordern, einfach entspannt eine Runde mit meinem Hund. - Ich nutze Atemübungen und Meditation, um mein Nervensystem runterzufahren, das ist für mich einer der stärksten Hebel überhaupt.
Diese Routine ist nicht perfekt und nicht jeden Tag identisch, aber sie hilft mir seit Jahren, Infekte besser zu überstehen, meinen Darm nicht zu stressen und meine Energie schneller zurückzubekommen.
Mein Fazit für dich
Eine Erkältung lässt sich nicht immer verhindern, aber du kannst ihrem Verlauf einen deutlichen Schubs geben, wenn du:
- früh reagierst
- deinen Darm nicht belastest
- Stress rausnimmst
- Wärme und Flüssigkeit reinbringst
- dich gut versorgst
- nicht übertreibst
Im Podcast nächste Woche erkläre ich dir:
- was in den ersten Stunden eines Infekts passiert
- warum Stress & Schlaf so entscheidend sind
- warum der Darm während eines Infekts sensibler ist
- und wie du den Verlauf sinnvoll beeinflussen kannst
Bis dahin: Hör auf die Signale deines Körpers und unterstütze ihn genau dort, wo er’s braucht.